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Impfungen im Dialog, Bekanntes und weniger Bekanntes

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Herausgegeben von in Impfungen ·
Tags: Impfungen

Warum wird gegen Diptherie geimpft, obwohl eine wirksame Behandlung gibt (Antitoxin und Antibiotika)?

Gerade durch die Massenimpfung ist die Erkrankung so selten geworden, daß ein heutiger Arzt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nie einen Diphtheriefall gesehen hat. Das würde im Falle einer Diptherie zu einer Verschleppung der Behandlung führen.

Kann man Krankheiten auch ausrotten, wenn viele geimpft sind?

Da müssen die Gesundheitsbehördern der ganzen Welt zusammenspielen. Wenn man sieht, wie unterschiedlich die Meinungen bei der Schweinegrippe waren, kann man an diesen weltweiten Konsens nicht glauben.
Die Kinderlähmung (Polio) konnte durch riesige Impfprogramme, damals Schluckimpfung, nahezu ausgerottet werden. Weltweit gibt es aber immer noch Fälle.
Aber: 1980 wurden die Pocken tatsächlich ausgerottet (in Hochsicherheitslabors soll es noch welche geben). Im selben Jahr wurden die ersten AIDS-Infektionen gemeldet. Da gibt es natürlich keinen Zusammenhang, ist aber schon merkwürdig.
                                                                                                                                                                                                                                       

Warum wird gegen Diphterie geimpft, wenn die Krankheit so selten ist?

Siehe oben! Wäre sie häufiger, würde sie auch schneller erkannt werden.
Ein weiterer Grund ist, daß es in einzelnen Ländern doch noch Fälle gibt, weil hier genau die Immunitätslage der Bevölkerung (sog. Herdenimmunität) zu schwach ist, besonders in Rußland, Indien und weniger in anderen Staaten. Bei der heutigen Mobilität können Erreger dann schnell hier her gebracht werden. Wäre die Herdenimmunität hier dann zu gering, könnte das eine Epidemie auslösen.  

"Grippeimpfung mache ich nie wieder. Nach der Impfung das letzte Mal bin ich heftig grippekrank geworden".

Durch die Impfung wird eine kontrollierte "Minigrippe" erzeugt. Wenn das dann so starke Auswirkungen hatte, dann kann man sich vorstellen, was bei einer Infektion mit einem "scharfen" Erreger passiert wäre! Gerade diese Reaktion zeigt, wie wichtig die Impfung war.

"Wenn ich mich gesund ernähre und Sport treibe, dann fürchte ich keine Grippe. Eine Grippeschutzimpfung brauche ich nicht."

Stimmt leider nicht. Bei einer Infektion mit Influenzavirus kommt es darauf an, ob Sie genügend Abwehrkörper im Blut haben. Dafür ist die Impfung da. Bei schlechter Immunitätslage entsteht eine schwerere Erkrankung, auch bei sonst fitten Personen. Nur die Übewindung einer schweren Erkrankung geht leichter, wenn man körperlich vorher fit war.

Dr. Albrecht Kadauke




letzte Aktualisierung: 05.11.2017
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